Fluggesellschaften schaffen Arbeitsplätze. -
Zu welchen Konditionen?

Öffentliche Kritiken und Beschwerden von Piloten der Billig-Fluglinie "Ryanair", teils anonymisiert aus Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, sind lange in der Diskussion. Von der Fluggesellschaft, die auch am Dortmunder Flughafen freudig begrüßt wurde, wurden die geschilderten Gründe bestritten.
Aber Ruhe ist nicht eingekehrt: Die Medien haben aktuell nach Beschwerden von Flugbegleitern der irischen Gesellschaft das Thema aufgegriffen:

https://www.welt.de/wirtschaft/article169975163/Ryanair-soll-seine-Flugbegleiter-illegal-beschaeftigen.html

Die Fluglärmbetroffenen melden sich zu Wort

Die Luftfahrtlobby (ADV) hatte bereits vor der Bundestagswahl ihren umfangreichen Forderungskatalog in Richtung künftiger Bundesregierung öffentlich formuliert. Hier 3 von insgesamt 11 Forderungen:

Abschaffung der Luftverkehrssteuer, mehr Rechts- und Planungssicherheit bei den Betriebszeiten der Flughäfen, Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Die ADV-Handlungsempfehlungen: ADV-Handlungsempfehlungen

Jetzt melden sich die Vertretungen der Fluglärmbetroffenen zu Wort.
Gemeinsam mit der "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen" (ADF) hat die "Bundesvereinigung Fluglärm" (BVF) zu Beginn der Koalitionsverhandlungen einen Forderungskatalog an die Unterhändler von CDU/CSU, FDP und B 90/Die Grünen gesandt mit der Bitte, diese Forderungen imKoalitionsvertrag zu verankern.

Hier die Forderungen der BVF.

Und hier finden Sie die Forderungen der ADF.

Nach der Bundestagswahl am 24. September

ist das Bild der uns  über 70 Jahre vertrauten  Parteienlandschaft bekanntlich stark verändert. Es war im Vorfeld klar, dass mit der Wahl auch die vielen Themen der bundesweiten Luftverkehrspolitik zur Entscheidung standen. Für die Luftfahrt-Lobby gehört das Jammern über unzureichende Bedingungen in der BRD und die nationalen Benachteiligungen der Luftfahrt gegenüber dem internationalen Wettbewerbern zum regelmäßigen Vokabular. Nicht nur vor Wahlen.

Das jetzige Wahlergebnis mit der Konsequenz einer möglichen Jamaika-Koalition mit B90/Die Grünen ruft die Luftverkehrsverbände spontan auf den Plan: Offensichtlich haben sie bereits Panikattacken.

Lesen Sie bitte selbst:

http://www.airliners.de/das-branche-Politik-bundestagswahl/42415

sowie

http://www.airliners.de/thema/politik

Ulla Wirtz

 

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!

Kehre heim mit reicher Habe,

bau uns manche volle Wabe!

Summ, summ, summ, Bienchen summ herum!

(Kinderlied von Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1835)

Ein altes Kinderlied – immer noch brand-aktuell, denn

Die Mini-Flieger am „Dortmund Airport 21“ sollen das Alibi für die Umweltverträglichkeit liefern.

Der Flughafen Bremen hat es vorgemacht, seit 2014 ahmt es der Dortmunder Flughafen nach und der verkaufte Honig soll noch die Bilanz verbessern: 3 Bienenvölker und deren Produkt liefern der Flughafengeschäftsführung das Alibi für die angebliche Umwelt-verträglichkeit des Verkehrs. Der Preis ist dreist: für ein 250 g-Glas müssen 6,90 € hingezählt werden.

https://www.dortmund-airport.de/nachbarn/umweltmonitoring

Selbst im kürzlich ausgestrahlten Fernsehbericht des WDR mussten die fleißigen Arbeitsbienen für das positive Image herhalten: Fast lautlos sorgen sie für regen Flugverkehr – und benötigen keine Betriebszeitverlängerung. Sie legen weite Strecken zurück, denn das Flughafengelände selbst bietet eine zu magere Nahrungskette.  Bei ihrer Honigsuche sind sie in den Blumenbeeten der umliegenden Gärten ständige Gäste.

Sind die vom Flughafen in Auftrag gegebenen und gern zitierten Werte der Honig-Analysen wirklich ein Garant für die Unbedenklichkeit des Flugverkehrs?

Es gibt eine Reihe von (Fach-) Beiträgen zu diesem Thema.

Zusammenfassend lässt sich feststellen:

Es ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass Honig aus Industriestandorten oder Flughäfen schadstofffrei ist. Es ist eigentlich die Regel. Das hat mehrere Ursachen.

Zum Beispiel in der Verdünnungskette, hier einige Beispiele:

1.      Ausschlaggebend sind Niederschlag und Windrichtung, Windstärke

2.      Ist der Nektar belastet, nimmt die Biene die meisten Schadstoffe auf. Sie besitzt ein „Schadstofffiltersystem“.

3.      Wenn sie den Nektar zum Stock bringt, wird er bis zu 80-mal von Biene zu Biene weitergegeben und jeweils gefiltert. 

 

Daher ist Honig nur bedingt als Indikator einer Umweltbelastung zu gebrauchen.

Wenn im Flughafenhonig keine Schadstoffe nachweisbar sind, heißt das nicht, dass vom Flughafen bzw. durch die Flugzeuge keine Schadstoffe in die Umwelt abgegeben werden.

Unzweifelhaft sind in der Umgebung die Feinstäube, der Brems- und Reifenabrieb und die Verbrennungsrückstände von Kerosin (je nach Witterung über hunderte von Metern zu riechen!) vorhanden.

Eine Grundaussage fasst zusammen:

Eher stirbt eine Biene, als dass es Schadstoffe im Honig gibt!

ABER: Mit sauberem Honig zu werben ist nicht falsch – er ist es ja! Höchst bedenklich erscheint aber, das Produkt mit dem „Unbedenklichkeits-Siegel für Flugverkehr“ zu vermarkten.

Ursula Wirtz

Die neuen Passagierzahlen liegen vor

 

Der ADV (Arbeitskreis Deutscher Verkehrsflughäfen) hat die Zahlen für September und das III. Quartal 2016 veröffentlicht ( www.adv.aero/verkehrszahlen).

Kostenlose Nachrichten aus der Welt der Luftfahrt bringt täglich der Online-Dienst „airliners“

(http:// www.airliners.de/flughaefen-september/39877) 

Am 24. Oktober titelt er:

„Flughäfen können im September weiter zulegen

Die deutschen Flughäfen haben im September nicht nur mehr Passagiere gezählt als im Vorjahresmonat. Ein Plus gab es auch im Cargo-Bereich…“

Rund 22,4 Millionen Passagiere sind nach Angabe der ADV an den deutschen Airports im September gezählt worden, dies entspricht einem Plus von 5,4 %. Während der Piloten-streik bei der Lufthansa an manchen Flughäfen die Entwicklung beeinträchtigte, hat – so die Auskunft – der Lastminute-Markt das Wachstum gefördert.

Insgesamt, so – die weitere Nachricht – sind von Jahresbeginn bis Ende September an den deutschen Flughäfen fast 170 Millionen Fluggäste gestartet oder gelandet. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr lt. ADV einem Plus von 2,9 %.

Anders sieht es am hiesigen Flughafen aus.

Airport Dortmund leidet weiterhin in der Herbstdepression

Danach hat man im September mit einem Minus von 6,9 %  (177.087 Passagiere) abgeschlossen. Das Quartalsergebnis mit einem Minus von 4,3 % (nur

1.456.567 Passagiere) gegenüber dem Vorjahr lässt ihn auf die „Nr. 4 der NRW-Flughäfen“ hinter den Flughafen Weeze/Niederrhein  (./. 2,1 % = 1.475.911 Passagiere) rutschen.

Erst der Vergleich mit den Passagierzahlen von  Düsseldor mit 17.745.103  und Köln/Bonn mit 9.074.308 Fluggästen in den ersten 9 Monaten verdeutlicht die Bedeutung des hiesigen Millionengrabes.

Der Ende Oktober in Kraft tretende Winterflugplan 2016/17 scheint wenig geeignet, den Flughafen aus der anhaltenden Depression hinaus zu führen.

Ursula Wirtz