Ultrafeinstaub durch Flugverkehr

Neben dem Lärm und der Klimaerwärmung durch hohe CO2-Emissionen greift der Flugbetrieb durch Ultrafeinstaubbelastung die menschliche Gesundheit direkt an.

Ultrafeinstäube sind Partikel kleiner als 100 Nanometer. Durch die geringe Größe können Ultrafeinstäube besonders tief in die Lunge eindringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen. Viele der vom Flugverkehr emittierten Partikel sind noch kleiner als 10 nm.

Aufnahme von Feinstaub in den Atemwegen
Bildnachweis: Stadt Zürich, Gesundheits- und Umweltdepartment 2023

Zur Veranschaulichung:

Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters, ein menschliches Haar – rund 60 000 nm – wäre damit 6.000 mal dicker als die meisten Partikel des Ultrafeinstaubs mit Größen von 7 bis 15 nm.

Größenvergleich menschliches Haar gegenüber Ultrafeinstaubkorn Bildnachweis: micronairblue.com
Größenvergleich menschliches Haar gegenüber Ultrafeinstaubkorn
Bildnachweis: micronairblue.com

Der meiste Ultrafeinstaub wird bei Starts und Landungen emittiert, die Menschen im Umkreis eines Flughafens sind somit am stärksten gefährdet. Nirgendwo tritt Ultrafeinstaub so großflächig und konzentriert auf wie an und um Flughäfen.

Als Hauptquellen für den Ultrafeinstaub wurden die Turbinen-Abgase bei Betrieb auf dem Boden ermittelt mit einem Anteil von 90 Prozent der nichtflüchtigen ultrafeinen Partikel. Die Hälfte davon entfällt auf Rollbewegungen der Flugzeuge am Boden, die andere Hälfte auf Start- und Landevorgänge.

Der meiste Ultrafeinstaub wird bei Starts und Landungen emittiert, die Menschen im Umkreis eines Flughafens sind somit am stärksten gefährdet. Nirgendwo tritt Ultrafeinstaub so großflächig und konzentriert auf wie an und um Flughäfen.

Als Hauptquellen für den Ultrafeinstaub wurden die Turbinen-Abgase bei Betrieb auf dem Boden ermittelt mit einem Anteil von 90 Prozent der nichtflüchtigen ultrafeinen Partikel. Die Hälfte davon entfällt auf Rollbewegungen der Flugzeuge am Boden, die andere Hälfte auf Start- und Landevorgänge.

Messungen und Berechnungen am Frank­furter Flughafen ergaben:

In einem Kilometer Entfernung von der Flughafengrenze hat der Flughafen einen Anteil von bis zu 25 Prozent an der Gesamtbelastung durch ultrafeine Partikel. Auf den Straßenverkehr entfallen nur etwa fünf Prozent. In einem Umkreis von 17 km wurden am Flughafen München noch deutlich überhöhte Werte an Ultrafeinstaub gemessen > 10 000 p/cm³, laut WHO einem hohen Tagesmittelwert.

Ultrafeinstaubbelastung
Beispiel:  Belastung in Eitting, ca. 8 km  des Münchener Flughafens entfernt. Grundbelastung: 5 bis 7.000 Partikel/cm³ Luft, Spitzenwert: 90.000 Partikel/cm³ Luft

Am Flughafen Dortmund werden laut DFL täglich rund 600 kg Ultrafeinstaub und Abgase emittiert.

Folgende Wirkungen lösen Feinstäube aus:

–  Entzündungsreaktionen des Herz-Kreislauf-Systems
–  Entzündungen des Lungengewebes
–  Verstärkende Wirkung bei Vorerkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Allergien
–  Höheres Risiko einer Typ-2-Diabeteserkrankung
–  Negative Entwicklung auf die fötale Entwicklung

Insbesondere die im Abgasstrom enthaltenen polyzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) wie Benzo(a)pyren, Benzo[a]anthracen, Chrysen gelten als krebserregend, können das Erbgut verändern und besitzen fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften.

Ultrafeine Partikel können in das Blutgefäßsystem gelangen, das Herz Kreislauf-System beeinträchtigen, indem sie die Gerinnungsneigung des Blutes beeinflussen, zu vermehrtem oxidativen Stress führen und Thrombozyten aktivieren und damit die Bildung von Thrombosen begünstigen. Ultrafeinstäube können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und neurokognitive Fehlfunktionen im Alter (Erkrankung an Demenz) auslösen sowie die neurokognitive Entwicklung von Kindern verzögern.

Säuglinge und Kleinkinder reagieren empfindlicher auf Schadstoffe in der Luft, da sie eine höhere Aktivität aufweisen (mehr Bewegung führt zu häufiger erhöhter Atemfrequenz), die Lungen weniger ausgereift sind und sich ihr Immunsystem erst noch entwickelt. Das gilt auch für die Exposition gegenüber Partikeln.

Generell sind für die Gesundheitswirkungen von Feinstäuben keine Schwellenwerte ableitbar, unterhalb derer keine Effekte auftreten. Deshalb führen auch Minderungen bei moderaten Belastungen zu positiven Gesundheitseffekten.

Hierzu wird auf das Sondergutachten des “Sachverständigenrates der Bundesregierung für Umweltfragen” vom Juni 2023, Seite 49 ff. verwiesen.

Entsprechenden Messungen von Ultrafeinstäuben sind anspruchsvoll, da Ultrafeinstaub je nach Flugroute, – höhe und Windrichtung auftritt. Am Dortmunder Flughafen gab es entsprechende valide Messungen noch nicht. Diese sind zur genaueren Abschätzung der Gesundheitsgefahren  erforderlich.

Maßnahmen zum Vermeiden oder zumindest Minimieren von UFP- Emissionen ist dringend erforderlich!

  • 20 % weniger Flugverkehr bis 2030 – s. Kampagne der Bundesvereinigung Fluglärm
  • Keine Kurzstreckenflüge
  • APU-Ersatz (Auxiliary Power Unit = Gasturbinentriebwerk, das im Heckkegel eines Flugzeugs montiert ist und autark elektrische und mechanische Energie für parkende Flugzeuge bereitstellt) durch eine bodenseitige elektrische Versorgung
  • Emissionsfreier Bodenverkehr auf den Vorfeldern
  • Emissionsfreies Schleppen der Flugzeuge vom und zum Gate – sofort umsetzbar
  • Schwefelfreies Kerosin – sofort umsetzbar

Wäre die Luft doch so rein wie das Bier!

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